Flüchtlings-Wohnprojekt Folitsa

Seit der Realisierung unseres Wohnprojekts "Folitsa", "das Nestchen", 2015/16, haben wir in unseren zwei Wohnungen zwölf Erwachsene und siebzehn Kinder beherbergt. Aufgrund der Familienzusammenführung konnten die meisten Frauen mit ihren Kindern zu ihren Ehemännern nach Deutschland bzw. Österreich ausreisen. Zu vielen haben wir immer noch Kontakt.
Die meist alleinreisenden Frauen mit ihren Kindern kamen aus Syrien und dem Irak.

Durch unsere gute Vernetzung mit NGO´s und staatlichen Organisationen, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, haben wir einen Überblick über die Lage. Wir beobachten die Flüchtlingssituation in Thessaloniki mit Sorge.
Viele Organisationen, welche sich in der Flüchtlingshilfe engagiert haben, mussten ihre bereitgestellten Wohnungen aufgeben, weshalb nun immer weniger Wohnungen für Geflüchtete zur Verfügung stehen. Bisher konnten wir unsere spendenfinanzierten Wohnungen halten, jedoch ist dies derzeit nur bis Ende 2019 gesichert.
Aufgrund dieser Verschlechterung der Wohnsituation und dem vermehrten Ankommen von Familien aus Kriesengebieten in der Stadt haben wir uns dazu entschieden auch ganze Familien aufzunehmen.

Unser Projekt umfasst nicht nur die Bereitstellung der Wohnung, sondern auch die Begleitung bei Behördengängen (z.B. Asylamt, Rechtsanwälte, Ärzte, etc.).
Einmal pro Woche treffen wir uns in der Gemeinde zum "Sprachcafe". In unserem Kinderzimmer spielen, malen und toben unsere Freiwilligen mit den Kindern umher, während wir uns auf deutsch, englisch und arabisch mit den Eltern austauschen und voneinander lernen.

An einem Tag in der Woche besuchen wir die Familien in ihren Wohnungen, wo wir uns vor Allem mit den Kindern beschäftigen (z.B. Spielplatzbesuche), um die Eltern zu entlassten. 

 

Aktuelle Situation:

Stand Juli 2019

Derzeit besteht unser Wohnprojekt "Folitsa", "das Nestchen", aus zwei Wohnungen.
Die Wohnungen befinden sich im gleichen Haus im Stadtteil Faliro. 

In der einen Wohnung wohnt eine alleinerziehende, 27 jährige, syrisch-kurdische Mutter mit ihrem fast zweijährigen Sohn. Die Gemeinde hat einen Rechtsanwalt beauftragt, um sie bei dem Antrag auf Asyl in Österreich zu unterstützen. Dort lebt seit sechzehn Jahren ihr Bruder, der bereits die Österreichische Staatsangehörigkeit besitzt.
Seit Jahresbeginn 2019 begleiten wir sie und ihren Sohn zu Kinderarztbesuchen für die benötigten Impfungen.

In der anderen Wohnung lebt seit Anfang 2019 eine vierköpfige Familie aus dem Irak. Der Vater und die beiden Töchter im Alter von 5 und 6 Jahren sind getaufte Christen.
Gerne würden sie ihren Asylantrag in Deutschland stellen, wobei sie von einem Rechtsanwalt beraten werden. 
Die beiden Mädchen besuchen einen griechischen Kindergarten und sprechen die Sprache schon sehr gut.
Leider macht uns der Gesundheitszustand der älteren Tochter große Sorgen. Von Geburt an hat sie eine kleinere Niere mit eingeschränkter Funktion. Häufige Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte sind deshalb notwendig.

 

Unsere Flüchtlingsarbeit ist jederzeit auf Sach- und Geldspenden angewiesen.
Wenn sie uns unterstützen möchten, können sie dies hier tun.

Alle anfallenden Kosten für
- Miete
- Hygieneartikel, Windeln, Pflegeprodukte
- Arztbesuche
- Rechtsanwalt
müssen aufgebracht werden.

 

Flyer zum Flüchtlings-Wohnprojekt unserer Gemeinde.