Flüchtlings-Wohnprojekt Folitsa

Seit 2015/2016 realisiert die Evangelische Gemeinde Thessaloniki ein Wohnprojekt für Geflüchtete. In 2 Wohnungen finden Menschen aus Syrien und dem Irak Unterkunft und Schutz. Vorwiegend weiblichen Geflüchteten mit Kindern bietet die Gemeinde Platz in ihrem Projekt. Jede Familie bekommt ein eigenes Zimmer, pro Wohnung leben 2 – 3 Familien in Wohngemeinschaften. Neben einem Dach über den Kopf organisiert die Gemeinde ein Sprachen Café. Dort wird gemeinsam Deutsch gelernt und manchmal auch Arabisch. Hierbei geht es nicht nur darum Sprache zu lernen, sondern auch um kulturellen Austausch und Völkerverständigung. Zeitgleich sind hauptamtliche Mitarbeiter der Gemeinde Ansprechpartner für sämtliche Probleme des Alltages wie Arzt- und Behördengänge.

Aktuelle Situation:

Im Sommer 2018 betreuen wir 3 Familien. Eine syrische Mutter mit 2 Kindern, die um die Familienzusammenführung nach Deutschland kämpft. Eine kurdische Frau mit Baby, welche zu ihrem Bruder nach Österreich ausreisen möchte und eine irakische Familie mit 3 Kindern, welche in Griechenland Asyl beantragt hat.

Menschenwürdige Unterstützung durch den griechischen Staat ist angesichts der desolaten wirtschaftlichen Situation nicht zu erwarten. Zeitgleich gibt es Verstärkte Neuankünfte über den Grenzfluss Evros an der türkischen Grenze. Viele NGOs sind überlastet und unterfinanziert, selbst Impfstoffe für Neugeborene sind nicht immer Vorrätig.

Oftmals melden sich deshalb geflüchtete Familien oder Alleinreisende bei der Gemeinde und suchen nach Unterkunft oder Unterstützung.

Unsere Flüchtlingsarbeit ist jederzeit auf Sach- und Geldspenden angewiesen.

Alle anfallenden Kosten für

- Miete

- Hygieneartikel, Windeln, Pflegeprodukte

- Arztbesuche

müssen aufgebracht werden.

Konferenz Flucht und Migration im Deutschen Generalkonsulat

Vertreter der Gemeinde nahmen am 20. September an einer Konferenz zum Thema Flucht und Migration im deutschen Generalkonsulat teil. Ziel war Austausch und Vernetzung der lokalen Akteure mit den politischen Institutionen.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht.

"Φωλίτσα" - "Nestchen" - Unser Flüchtlings-Wohnprojekt für Mütter mit Kindern

Flyer zum Flüchtlings-Wohnprojekt unserer Gemeinde.

"FOLITSA" - eine Wohnung für Flüchtlingsfrauen und ihre Kinder (Bericht der GZ Sept. 2016)

Sehen Sie hier den Artikel der Griechenland Zeitung vom 28.09.2016 (Ausgabe 547) über unser Engagement in der Flüchtlingshiilfe.

Die evangelische Kircher deutscher Sprache für Nord- und Mittelgriechenland mit Sitz in Thessaloniki engagiert sich seit langem in der Flüchtlingshilfe.

Seit Sommer 2016 konnten wir unser Projekt "Folitsa" (übersetzt "Ein Nestchen") umsetzen und bieten so Flüchtlingsfrauen und ihren Kindern ein Zuhause auf Zeit.

Flüchtlingshilfe aus Kavalla (2015)

Ein Erfahrungsbericht aus Kavalla

Anfang September 2015 erfuhren wir, dass Flüchtlinge regelmäßig mit Schiffen aus Lesbos nach Kavala kommen und mit Bussen weiterfahren nach Thessaloniki oder an die Grenze. Für uns stand sofort fest, dass wir dabei helfen wollten, sie mit dem Nötigsten für ihre Reise zu versorgen. Jede Woche einmal stehen am Busbahnhof 4 bis 5 unserer Frauen mit offenen Kartons, aus denen wir Papiertaschentücher, Feuchttücher, Zahnbürsten, Seife, Zahnpasta, Rasierer, Croissants, Rosinen und Kekse in kleinen Tüten, Stifte, kleine Hefte, Pflaster, Medikamente (Depon), Süßigkeiten und kleine Säfte anbieten. Außerdem verteilen wir an Frauen und junge Mütter Hygieneartikel, an Kinder kleine Spielsachen und an alle Wasser.

Beim ersten Mal mussten wir unsere Gaben den Flüchtlingen beinah aufdrängen. Da waren es auch nur 300 oder 400 Menschen. Mittlerweile kommen mit jedem Schiff 1400 oder mehr, und die Selbstbedienung klappt gut bis zu gut, sodass wir jetzt von den offenen Kartons abgekommen sind und die Dinge einzeln aus großen Umhängetaschen (mit schmalem Eingriff) austeilen, damit möglichst viele etwas abbekommen. Auch das Angebot haben wir kürzlich etwas einschränken müssen.

Seit 2 Wochen bieten wir auch Schuhe und Kleidung an. Alles von Unterwäsche bis zu Mänteln, und alles wird uns aus den Händen gerissen, wir würden viel mehr loswerden.

Im Treffpunkt sammeln wir ständig Taschen, Rucksäcke, Kleidung. Alle Frauen bringen auch Dinge von ihren Nachbarn mit. Viele Menschen spenden uns kleine oder größere Beträge zum Einkaufen, andere bringen tütenweise die Sachen mit, die auf unserer Liste stehen. Auch zum KTEL bringen uns Unbekannte mittlerweile Kleidung, Decken, Taschen …

Es fällt auf, dass viele Flüchtlinge ohne Gepäck, nur mit einer zerschlissenen Plastiktüte reisen. Deshalb nähen wir jeden Donnerstag aus all unseren Stoffresten stabile Einkaufstaschen zum Umhängen. 20 bis 30 schaffen wir an einem Nachmittag. Sie sind sehr begehrt. Wer nicht zuschneidet oder näht, sortiert und faltet Kleidung, packt Rosinen und Zwieback ab, bereitet die nächste Ladung vor. Der neue Schwerpunkt im Treffpunkt- und alle machen mit!

Wir sind nicht die einzigen, die sich Woche für Woche um die Flüchtlinge kümmern. Eine Gruppe, bei der verschiedene Vereine Kavalas mitmachen, steht jede Woche zweimal mit ca. 200 vorbereiteten Tüten direkt am Schiff. Ein Dorf in der Nähe Kavalas bäckt jede Woche zweimal 1000 bis 1400 Portionen Pitta!

Wer Leid nicht sehen kann, sollte nicht am Schiff oder am KTEL stehen. Es gibt Bilder, die ich nicht mehr vergesse. Wer den einzelnen Menschen in der bunten Gruppe erkennen will, sollte dort sein- auch dazu gibt es Bilder, die ich nicht vergesse. Wer sich über Hilfsbereitschaft und Teilenkönnen freuen will, hat dazu viel Gelegenheit. Wer Freude und Dankbarkeit für eine Zahnbürste oder ein Paar ausgemusterte Schuhe erleben will, kann sie hier finden.